Zum Haiku-Verständnis dieser Seite


Haiku sind kurze Gedichte, die aus einem konkreten Moment entstehen.

Sie halten eine Wahrnehmung fest, ohne sie zu erklären oder zu bewerten.

Ein Haiku kann den Leser unmittelbar in eine Situation führen –
oft über einfache, sinnliche Bilder.

Es lebt von Klarheit und Genauigkeit der Sprache.
Füllwörter und bloße Ausschmückungen werden vermieden.

Ein Haiku besteht auf dieser Seite grundsätzlich aus drei Zeilen.
Diese Struktur entspricht der internationalen Tradition und bildet
den Rhythmus des japanischen Originals in westlichen Sprachen ab.*
Innerhalb dieser Struktur entsteht eine Spannung oder ein Bruch,
der zu einer Öffnung führt.

Die traditionelle Form von 5–7–5 Silben ist eine Möglichkeit,
aber nicht entscheidend.

Ein gutes Haiku wirkt über den Moment hinaus nach.
Es bleibt offen für verschiedene Lesarten.
Ein Bezug zur Natur oder zu den Jahreszeiten kann vorhanden sein,
ist aber nicht zwingend. Haiku stehen in keiner festen Bindung
an eine bestimmte Weltanschauung.

Für Foto-Haiku gilt: Bild und Text ergänzen einander,
ohne sich gegenseitig zu erklären. Foto und Haiku gehen
einen Dialog ein, wobei beide für sich alleinstehen können.
Die Kombination beider ergibt eine neue Qualität.
Foto-Haiku sind keine Haiga. Im Gegensatz zu Foto-Haiku
gehen beim Haiga Bild und Text eine Symbiose ein, wobei
beide Teile künstlerisch miteinander verwoben sind
und nicht für sich alleinstehen können.
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*Referenz:Haiku is a short form of poetry [...] and in other
languages than Japanese, it is usually written in three lines.“
(Haiku International Association, Tokio)